Umwelthaftpflichtversicherung – Umweltversicherung

Eine Umwelthaftpflichtversicherung (Umweltversicherung) schützt Betriebe vor gesetzlichen Ansprüchen durch Umwelteinwirkungen

Eine Umwelthaftpflichtversicherung (Umweltversicherung) schützt Ihr Unternehmen vor zivilrechtlichen Ansprüchen wenn Sie für Schäden durch Umwelteinwirkungen gesetzlich haften. Als rechtliche Grundlagen kommen neben dem Umwelthaftungsgesetz (UmweltHG) das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und alle sonstigen gesetzlichen Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts in Betracht.

Was versteht man unter Umwelteinwirkungen?

Man spricht von einer Umwelteinwirkung, wenn sich Stoffe, Erschütterungen, Geräusche, Druck, Strahlen, Gase, Dämpfe, Wärme oder sonstige Erscheinungen in Boden, Luft oder Wasser ausgebreitet haben. Ebenso gelten Schäden durch elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder als Schäden, welche durch Umwelteinwirkung entstanden sind. Gleiches gilt in den Fällen, in denen von einem Betrieb ein Feuer auf ein Nachbarhaus übergreift.

Welche Umweltschäden sind versichert?

Die Umwelt-Haftpflichtversicherung leistet für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die durch Umwelteinwirkungen verursacht werden. Der Versicherungsschutz bezieht sich auf Anlagen in Deutschland.

Welche Ausschlüsse gibt es?

Außer den üblichen Ausschlüssen für die Haftpflichtversicherung gelten umweltspezifische nicht versicherte Risiken z.B. Schäden an den Umweltmedien Luft, Wasser und Boden selbst, soweit es sich hierbei um Allgemeingüter handelt. Darüber hinaus sind Ansprüche aus Schäden durch Verschütten, Abtropfen, Verdampfen oder Ähnliches beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ausgeschlossen.

 

Schadenbeispiele zur Umwelthaftpflichtversicherung

1. Anlage gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG):

Der Öltank eines Unternehmens läuft aus und fängt Feuer. Durch Ruß werden mehrere Nachbargebäude stark beschädigt. Da sich die Ursache über die Luft verbreitet hat, ist der Schaden durch Baustein 1 gedeckt.

2. Anlagen gemäß Anhang 1 des Umwelthaftungsgesetzes (UmweltHG):

Ein Holzverarbeitungsbetrieb stellt Spanplatten her. Die Herstellungsanlage gerät in Brand. Über dem Unternehmen steht eine hohe Rauchsäule, welche in der Nachbarschaft erhebliche Rußschäden an anderen Firmengebäuden und etlichen PKW’s auf dem Parkplatz eines nahegelegenen Supermarktes verursacht. Außerdem verderben die Frucht und das Gemüse auf umliegenden Feldern. Da eine Spanplattenanlage in Anhang 1 des UmweltHG gelistet sind, ist dieser Schaden durch Baustein 2 der Umwelthaftpflicht gedeckt.

3. Sonstige deklarierungspflichtige Anlagen:

In einem großen Räucherei-Unternehmen für Schinken fällt die Filteranlage aus. Die danach austretenden Emissionen setzen sich als Niederschlag auf mehreren Weizenfeldern nieder. Dadurch verdirbt das komplette Getreide. Da Räuchereien eine genehmigungspflichtige Anlage darstellen, ist der Schaden durch Baustein 3 der Umwelthaftpflichtversicherung versichert.

4. Abwasseranlagen- und Einwirkungsrisiko:

Eine Firma besitzt eine betriebseigene Abwasserbehandlungsanlage. Durch einen Fehler in der EDV wird der planmäßige Reinigungsvorgang unterbrochen und das Abwasser wird direkt und ungefiltert in einen angrenzenden Fluss geleitet. Der komplette Fischbestand eines unweit entfernten Forellenzuchtbetriebes klagt auf Schadenersatz. Diese Umwelthaftpflichtschäden sind Baustein 4 einer Umwelthaftpflicht versichert.

5. Anlagen gemäß Anhang 2 des Umwelthaftungsgesetzes (UmweltHG):

Auf einem Betriebsgelände existiert eine oberirdische Tankanlage für Butan. Durch ein Feuer entsteht ein Gasgemisch, welches sich entzündet und explodiert. Die Druckwelle der Explosion zerstört Fensterscheiben in der Nachbarschaft und an parkenden Autos. Außerdem müssen Menschen in benachbarten Immobilien evakuiert werden. Da das Butan-Lager der Störfallverordnung unterliegt, sind derartige Schäden durch Baustein 5 der Umwelthaftpflichtversicherung gedeckt.

6. Anlagenregressrisiko:

Ein Tankbauunternehmen liefert und installiert einem Betrieb einen unterirdischen Ölbehälter. Die Anschlüsse sind jedoch nicht dicht. In der Folge tritt Öl aus. Im Nachgang werden umfangreiche und kostenintensive Bodensanierungen erforderlich.
Da das haftende Unternehmen eine WHG-Anlage gemäß Baustein 1 Umwelthaftpflichtgesetz herstellt, sind die Kosten für die Bodensanierung durch Baustein 6 der Umwelthaftpflichtversicherung versichert.

7. Sonstige Umweltschäden:

In einem Unternehmen erfolgen Schweißarbeiten. Dabei fängt das Betriebsgebäude mit Kunststofffenstern Feuer. Durch den Brand der Kunststofffenster entsteht säurehaltiges Kondensat, welches die Gesundheit mehrerer Anwohner in der Nachbarschaft schädigt. Bei Schweißgeräten handelt es sich nicht im Anlagen im Sinne der Bausteine 1 bis 5 des UmweltHG. Ebenso stellt Schweißen keine Tätigkeit nach Baustein 6 dar. Versicherungsschutz für die Ansprüche der Geschädigten besteht in diesem Fall über Baustein 7 der Umwelthaftpflichtversicherung.

Aufgrund der Komplexität der Thematik empfehlen wir Ihnen ein gemeinsames Vor-Ort-Gespräch mit Ihrem Versicherer. Bei dieser Gelegenheit können alle relevanten Umweltrisiken erfasst und eine Anerkennungsklausel vereinbart werden.

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