Anlagerung von brennbarem Material

Warum die Anlagerung von brennbaren Materialien Ihren Versicherungsschutz gefährden kann

Es ist ein Fakt: Mehr als jeder 3. große Brandschäden in Industrie und Gewerbe entsteht in Lagern. Der Verlust des Lagers gefährdet die Existenz des ganzen Betriebes.

In Statistiken zu Brandursachen kommt der Brandstiftung an Betriebsgebäuden daher eine besondere Bedeutung zu. Die Motive sind facettenreich:

  • Psychologisches Fehlverhalten
  • Zündelnde Kinder oder Jugendliche
  • Rache / Neid / Missgunst
  • Vandalismus
  • Einbruchdiebstahl

Um das Risiko einer Brandstiftung zu verringern, reicht es erfahrungsgemäß nicht aus, Unbefugten der Zutritt zum Lager zu verwehren.

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Warum ist für alle (!) Versicherer das Thema “Anlagerung” von so zentraler Bedeutung?

Brandstiftung ist eine der häufigsten Schadenursachen. Die Anlagerung von brennbaren Materialien (z.B. Paletten, Verpackungsmaterial, Kartons, Abfälle) kann potenziellen Tätern einen zusätzlichen Anreiz geben. Dies gilt vor allem für schwer einsehbare Bereiche des Betriebsgrundstücks wie z.B. Innenhöfe.

Brandmeldeanlagen helfen in diesem Punkt oftmals nicht weiter, da sie den Innenbereich überwachen. Gleiches gilt für Sprinkleranlagen. Feuer, welche aus dem Außenbereich eines Gebäudes in den Innenbereich überschlagen, haben sich jedoch bereits zu einem Vollbrand entwickelt.

Brandmeldeanlagen sind darauf ausgelegt, einen Brand im Frühstadium zu erkennen, um diesen möglichst frühzeitig noch unter Kontrolle zu bringen. Der Erfolg einer Brandbekämpfung resultiert maßgeblich aus dem Stadium des Brandes, welches die Feuerwehr beim Eintreffen vorfindet. Ein bereits entstandener Vollbrand ist nur noch schwer beherrschbar.

Brandmelde- und Sprinkleranlagen sind dafür konzipiert, Feuer möglichst früh nach seiner Entstehung zu erkennen bzw. zu verhindern.

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Was verstehen Versicherer unter der „Anlagerung von brennbaren Materialien“?

Gemeint sind alle brennbaren Materialien, welche an den Außenwänden von Gebäuden lagern. Dies können leere Holzpaletten, kommissionierte Ausgangsware, Kunststoffbehältnisse, Rohmaterialien wie Granulat, Holz und andere Produkte sein. Von diesen Lagerungen geht eine nicht unerhebliche Brandgefahr (Brandlast) aus. Vor allem auch deshalb, da sich die Anlagerungen oftmals an rückwärtigen und in schlecht einsehbaren Bereichen (z.B. Innenhöfe) befinden.

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Gefahr für Ihren Versicherungsschutz

Versicherer können die Anlagerung von brennbaren Materialien bis hin zu einer Obliegenheitsverletzung auslegen. Im ungünstigsten Fall bis zur Leistungsfreiheit.

Die Regelungen für brennbare Materialien gelten nicht nur für Außenwände, sondern auch für Laderampen, überdachte Bereiche und offene Container. Wenn Container an Gebäuden abgestellt werden, sollten diese nach Betriebsschluss in jedem Fall ge- und verschlossen werden.

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3 Lösungsvorschläge zum organisatorischen Brandschutz

Durch Umorganisation des Betriebsgeschehens lässt sich mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand bereits eine deutliche Verbesserung erzielen:

  1. Grundsätzlich sollten alle Mitarbeiter angewiesen werden, dass brennbare Materialien nur mit einem Abstand von 10 Metern am Gebäude gelagert werden dürfen.
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  2. Manchmal sind betriebsbedingt beziehungsweise aufgrund der Bausituation bestimmte Lagerplätze unvermeidbar. In diesem Fall kann eventuell durch den Austausch von Lagerplätzen für brennbare und nicht brennbare Materialien eine Verbesserung erreicht werden.
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  3. Ziehen Sie einen qualifizierten Brandschutzbeauftragten hinzu. Ausgebildete Brandschutzbeauftragte wissen um das Risiko und die Konsequenzen, welche sich durch die Anlagerung von brennbarem Material ergeben können. Nicht nur für den Unternehmer, sondern auch für die Arbeitsplätze – den eigenen und den der Betriebsangehörigen.

Umorganisationen des Betriebsgeschehens können das Brandrisiko bereits deutlich reduzieren. So erzielen Sie eine deutliche Verbesserung zum Schutz Ihrer Sach- und Vermögenswerte im eigenen Interesse.

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