Die 35 wichtigsten BU-Leistungsmerkmale

Die 35 Leistungsmerkmale im Kleingedruckten von Berufsunfähigkeitsversicherungen die jeder kennen sollte!

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Die wichtigsten BU-Leistungstexte klipp & klar erklärt.

Es ist nicht alles Gold was glänzt. Deshalb sollte man sich im Leben kein X für ein U vormachen lassen. Das gilt vor allem für Ihre Versicherungen. Äpfel mit Birnen zu vergleichen, kann Sie gerade bei einer privaten oder betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung teuer zu stehen kommen.

„Die großen Unterschiede im Kleingedruckten von BU-Policen“

Lesen Sie weiter und informieren Sie sich jetzt zu den wesentlichen Leistungsmerkmalen und deren Bedeutung, auf die es beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ankommt.
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Nr.:Leistungsmerkmal:Bedeutung:
1Meldefrist / Mindestens 36 Monate rückwirkende LeistungEine gute BU-Versicherung setzt keine Fristen voraus. Sie können eine Leistung aus Ihrem Vertrag jederzeit beantragen. Wenn Sie Ihre Berufsunfähigkeit jedoch so spät melden, dass Sie diese für die Vergangenheit nicht mehr nachweisen können, gilt:

Der Versicherer zahlt dann eine rückwirkende Leistung für den Zeitraum, für den Sie die Berufsunfähigkeit nachweisen. Manche Versicherer begrenzen die Zeit einer rückwirkenden Zahlung ausdrücklich auf 36 Monate. Dies entspricht der gesetzlichen Verjährung (3 Jahre). Der Anspruch auf eine BU-Rente entsteht nach dem Monat, in dem die Berufsunfähigkeit eingetreten ist. In Ihrem eigenen Interesse ist es daher empfehlenswert, einen möglichen BU-Leistungsfall unverzüglich anzuzeigen.
2Verbindliche Fristen bei der Bearbeitung eines LeistungsfallsEin guter BU-Versicherer verpflichtet sich, Ihnen möglichst kurzfristig (z.B. innerhalb von 5-10 Arbeitstagen) mitzuteilen, ob er eine Leistung erbringt oder welche weiteren Unterlagen er benötigt. Diese Frist beginnt nachdem dem Versicherer alle erforderlichen Nachweise vollständig vorliegen. Die BU-Versicherer informieren Sie in der Regel alle 4-6 Wochen zum Stand der Bearbeitung.
3Verkürzter Prognosezeitraum: 6 MonateVollständige Berufsunfähigkeit wird von den Versicherern unterschiedlich definiert. Kundenfreundlich ist die Einschätzung, dass die versicherte Person ihren Beruf für voraussichtlich mindestens 6 Monate ununterbrochen – zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kann oder konnte - und dieser Zustand dauert an. Die Ursache muss eine Krankheit, eine Verletzung des Körpers (Unfall), Pflegebedürftigkeit oder ein mehr als altersentsprechender Kräfteverfall sein. Ein ärztlicher Nachweis ist obligatorisch. Entscheidend ist der zuletzt ausgeübte Beruf und die bisherige Lebensstellung, wie sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet waren. Außerdem darf die versicherte Person keine andere zumutbare Tätigkeit tatsächlich ausüben, die sie aufgrund ihrer Ausbildung und Fähigkeiten ausüben kann.
4Ausschließliche Prüfung des Berufes, der bei Eintritt der BU ausgeübt wurdeDie BU-Bedingungen sollten eindeutig zum Ausdruck bringen, dass Sie berufsunfähig sind, wenn Sie Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können und dieser Zustand andauert.
Auch nach Ausscheiden aus dem Berufsleben (z.B. passive Altersteilzeit) oder bei Unterbrechung der Berufstätigkeit (z.B. Arbeitslosigkeit) sollten Sie Ihre bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung fortführen können.

Für die Beurteilung der Berufsunfähigkeit gilt ihre zuletzt vor Eintritt der Berufsunfähigkeit konkret ausgeübte berufliche Tätigkeit und die damit verbundene Lebensstellung.

TIPP:
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Der freiwillige Wechsel in eine andere Tätigkeit - z.B. auch als Hausfrau/-mann - gilt als Berufswechsel und nicht als Ausscheiden aus dem Beruf. Nach einem Berufswechsel prüft der Versicherer die zuletzt vor Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübte Tätigkeit zur Feststellung seiner Leistungspflicht. Bei Hausfrauen oder Hausmännern ist in der Regel ihre hauswirtschaftliche Tätigkeit versichert. Üben Sie keine berufliche Tätigkeit aus, gilt üblicherweise die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als versichert.
5Anspruch auf BU durch PflegebedürftigkeitIhr BU-Versicherer sollte eine Pflegebedürftigkeit der versicherten Person einer Berufsunfähigkeit gleichsetzen. Meist wird dies angenommen, wenn Pflegestufe 2 (oder höher) besteht oder die Alltagskompetenz infolge einer Demenz eingeschränkt ist. Die Pflegebedürftigkeit muss ebenso auf Dauer, voraussichtlich für mindestens 6 Monate bestehen oder mindestens sechs Monate bestanden haben. Dies ist ärztlich nach
objektiven und medizinischen Maßstäben festzustellen.
6Rückwirkende Leistung, wenn Prognose (über 6 Monate) nicht möglich warIn manchen Fällen ist die Prognose einer BU über 6 Monate in die Zukunft nicht möglich. Die Versicherungsbedingungen sollten daher klar regeln, dass eine Berufsunfähigkeit rückwirkend anerkannt wird, wenn die versicherte Person ihren Beruf für mindestens 6 Monate ununterbrochen zu mindestens 50 Prozent nicht ausüben konnte – und dieser Zustand noch andauert.
In diesem Fall sollte die Berufsunfähigkeit rückwirkend von Beginn dieses Zeitraums anerkannt werden.
7Verzicht auf zeitlich begrenzte Anerkenntnis der BU / DUWenn der Versicherer eine BU-Leistung anerkennt, sollte diese nicht befristet sein. Wenn dies im Einzelfall aufgrund der Sachlage doch erforderlich ist, sollte ein zeitlich begrenztes Anerkenntnis einmalig und maximal bis zu 12 Monaten schriftlich ausgesprochen werden.
8Verzicht auf Kündigungs-/Anpassungsrecht aus § 19 VVG bei unverschuldeter AnzeigepflichtverletzungEs gibt Situationen, in denen die Anzeigepflicht des
Versicherungsnehmers bzw. der versicherten Person unverschuldet nicht oder nicht richtig erfüllt wurde. In diesen Fällen sollte der Versicherer auf sein Kündigungs-/Anpassungsrecht nach § 19 VVG verzichten. Auch ein Rücktritt vom Vertrag sollte für die Fälle ausgeschlossen sein, in denen die Verletzung der Anzeigepflicht weder vorsätzlich noch grob fahrlässig erfolgte. Bei grob fahrlässiger Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht sollte das Rücktrittsrecht des Versicherers entfallen, wenn nachgewiesen wird, dass der Versicherer den Vertrag auch bei Kenntnis der nicht angezeigten Umstände eventuell zu anderen Bedingungen geschlossen hätte.
9Verzicht auf § 163 VVGDas VVG ermöglicht dem Versicherer eine Neufestsetzung der vereinbarten Prämie, wenn sich der Leistungsbedarf nicht nur vorübergehend und nicht voraussehbar gegenüber den Rechnungsgrundlagen der vereinbarten Prämie geändert hat. Damit soll die Erfüllbarkeit der Versicherungsleistung gewährleistet werden. Die Veränderung der Voraussetzungen muss ein unabhängiger Treuhänder überprüfen und bestätigen. Kundenfreundlichste BU-Bedingungen verzichten auf das Recht zur Anpassung der Prämien bzw. Kürzung der Leistungen.
10Verzicht auf die ArztanordnungsklauselKundenfreundliche Bedingungen regeln, dass Sie im BU-Fall nicht jede von einem Arzt angeordnete unzumutbare Maßnahme befolgen müssen, damit Sie eine Leistung erhalten. So können Sie z.B. eine Operation ablehnen. Sie sollten darüber in freier persönlicher Verantwortung entscheiden können.

Die versicherte Person ist allerdings aufgrund der allgemeinen Schadenminderungspflicht gemäß § 242 BGB verpflichtet, zumutbare ärztliche Anweisungen zur Besserung ihrer gesundheitlichen Verhältnisse zu befolgen. Zumutbar sind grundsätzlich Maßnahmen, die gefahrlos und nicht mit besonderen Schmerzen verbunden sind und die außerdem Aussicht auf Besserung bieten. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen wie z.B. das Einhalten von Diäten, die Anwendung von Heilmitteln, Krankengymnastik und Massagen, – orthopädische oder andere Heil- und Hilfsmittel wie: Prothesen, Stützstrümpfe, Seh- oder Hörhilfen und – logopädische Maßnahmen.
11Hinweis auf Dauer des RücktrittsrechtsEin Versicherer kann bei einer Anzeigepflichtverletzung zum Rücktritt, zur Kündigung oder zur Bedingungsänderung berechtigt sein. In diesem Fall sollte die Frist zur Ausübung dieser Rechte bei kundenfreundlichsten Bedingungen auf den kürzest möglichen Zeitraum (z.B. 1 Monat) beschränkt sein. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem der Versicherer von der Anzeigepflichtverletzung erfahren hat.

Ausnahmen können bestehen, wenn der Versicherer den Umstand kannte, den Sie verschwiegen bzw. unrichtig angegeben haben. Gleiches kann gelten wenn bereits mehrere Jahre vergangen sind und in dieser Zeit kein Versicherungsfall eingetreten ist.

Marktüblich sind generelle Beschränkungen des Rücktrittsrechts auf 5 Jahre seit Vertragsschluss, bei vorsätzlicher oder arglistiger Verletzung eine Frist von 10 Jahren.
12Verzicht auf abstrakte VerweisungKundenfreundliche BU-Bedingungen verzichten auf eine abstrakte Verweisung. Das heißt: Der Versicherer prüft nicht, ob die versicherte Person noch irgendeine andere Tätigkeit ausüben könnte. Eine nachvollziehbar Ausnahme besteht, wenn die versicherte Person eine berufliche Tätigkeit konkret ausübt, die mit der bisherigen beruflichen Tätigkeit vergleichbar ist.
13Keine Einschränkungen bei Verzicht auf abstrakte VerweisungFür den Fall, dass der Versicherer auf eine abstrakte Verweisung verzichtet, sollten keine bedingungsgemässen Einschränkungen bestehen.
14Kundenfreundliche Definition der "Lebensstellung" bei konkreter VerweisungEntscheidend für die Bewertung einer Berufsunfähigkeit ist der zuletzt ausgeübte Beruf und die bisherige Lebensstellung.
Es ist daher wichtig, dass der Begriff "bisherige Lebensstellung" eindeutig definiert wird.

Unter der bisherigen Lebensstellung ist die Lebensstellung in finanzieller und sozialer Sicht zu verstehen. Diese umfasst das bisher erzielte Einkommen, das soziale Ansehen und die Wertschätzung der bislang ausgeübten maßgeblichen beruflichen Tätigkeit.

Eine begrenzte Einkommensminderung im Vergleich zum maßgeblichen Beruf, der vor der gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgeübt wurde, ist zumutbar. Die höchstrichterliche Rechtsprechung geht davon aus, dass eine Minderung des Brutto-Einkommen um mehr als 20 Prozent unzumutbar ist.

Berufsunfähigkeit liegt dann nicht oder nicht mehr vor, wenn die versicherte Person eine berufliche Tätigkeit konkret ausübt, die mit der bisherigen beruflichen Tätigkeit vergleichbar ist.
15Verzicht auf Umorganisation bei weisungsgebundenen Mitarbeitern (Arbeitnehmern)Kundenfreundliche Bedingungen verlangen bei weisungsgebundenen Arbeitnehmern keine Umorganisation des Arbeitsplatzes.
16Zumutbare Umorganisation bei SelbstständigenSelbstständige oder Freiberufliche können die (Um)Organisation ihrer Tätigkeit in Grenzen beeinflussen. In vielen Fällen ist dann eine Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit möglich und eine Berufsunfähigkeit liegt demnach nicht vor.

Kundenfreundliche BU-Bedingungen legen deshalb fest, dass die Umorganisation des Arbeitsplatzes zumutbar und wirtschaftlich angemessen sein muss (max. Einkommensminderung 20 %). Die bisherige Stellung als Selbstständiger oder Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) muss im Wesentlichen unverändert bleiben. Die Tätigkeit nach der Umorganisation muss der Ausbildung und Erfahrung der bisherigen Lebensstellung entsprechen.

Eine Umorganisation des Arbeitsplatzes ist wirtschaftlich angemessen, wenn diese vom Versicherungsnehmer oder der versicherten Person vorgenommen werden kann, indem das Direktions- und Weisungsrecht ausgeübt wird. Außerdem darf die Umorganisation keinen erheblichen Kapitalaufwand erfordern und muss darüber hinaus unternehmerisch zweckmäßig sein.

Manche Versicherer verzichten auf eine Umorganisation wenn die versicherte Person eine akademische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und mindestens 90 % der täglichen Arbeitszeit kaufmännische oder organisatorische Tätigkeiten ausübt.
17Weltweiter GeltungsbereichDer Versicherungsschutz sollte grundsätzlich weltweit, sowie bei jeder Gelegenheit, insbesondere auch während der Berufsausübung und in der Freizeit bestehen.
18Verzicht auf Untersuchungen im Inland (oder Kostenübernahme) ?Hat die versicherte Person nach Beginn der BU-Leistung ihren ständigen Aufenthalt im Ausland, so kann der Versicherer jederzeit verlangen, dass ihm Unterlagen über das Fortbestehen und den Grad der Berufsunfähigkeit vorgelegt werden. Ebenso sind jährliche medizinische Untersuchungen in Deutschland üblich. In diesem Fall sollte der Versicherer die Untersuchungs-, Reise- und Aufenthaltskosten übernehmen.

Sehr kundenfreundliche Bedingungen erkennen Untersuchungen im Ausland nach in Deutschland angewendeten Grundsätzen ebenfalls an.

Die Versicherer können außerdem notwendige Nachweise z.B. auch über die wirtschaftlichen Verhältnisse wie Steuerbescheide, Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Lohn- und Gehaltsabrechnungen und ihre jeweiligen Veränderungen verlangen.
19Nachversicherung ohne besonderes EreignisKundenfreundliche Bedingungen ermöglichen Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen (individuelle Nachversicherungsgarantie), Ihren Vertrag ereignisunabhängig zu erhöhen. Dieses meist einmalige Recht muss nach einer bestimmten Anzahl von Jahren ausgeübt werden. Die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente kann in diesen Fällen entsprechend der Einkommensentwicklung ohne erneute Gesundheitsprüfung bis auf den vereinbarten Betrag angehoben werden.
20Nachversicherung zu besonderen AnlässenDas Leben ist dynamisch und unterliegt einem stetigem Wandel. Kundenfreundliche BU-Bedingungen bieten Ihnen daher bei bestimmten Lebensereignissen eine Erhöhungsoption ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Folgende Ereignisse kommen dafür in Frage:

- Heirat
- Geburt oder Adoption eines Kindes
- Erreichen der Volljährigkeit
- Abschluss einer Berufsausbildung / Studium
- Scheidung
- Einkommenssprung / Karrieresprung
- Tod einer bestimmten Person
- Immobilienerwerb
- Existenzgründung
- Nachversicherung bei Reduzierung des Bonusrentensatzes (Manche BU-Verträge enthalten eine Bonusrente, welche aus den Überschussanteilen finanziert wird. Sollte diese Bonusrente sinken, bieten manche Versicherer eine Nachversicherungsgarantie, damit der bisherige Versicherungsschutz erhalten bleibt)
21Überbrückungsmöglichkeiten bei ZahlungsschwierigkeitenBestimmte Lebensumstände können dazu führen, dass man seine Beiträge vorübergehend senken oder stoppen muss. Ihr BU-Vertrag sollte daher die Möglichkeit für eine befristete Beitrags-Senkung oder einen befristeten Beitrags-Stopp vorsehen. Kundenfreundliche Bedingungen bieten Ihnen die Stundung der Beiträge für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten, damit der vereinbarte Versicherungsschutz erhalten bleibt. Anstelle einer Kündigung sollte die Möglichkeit einer Beitragsfreistellung bestehen.
22WiedereingliederungshilfeSollte die Berufsunfähigkeit entfallen, weil Sie neue berufliche Fähigkeiten erworben oder eine Ausbildung abgeschlossen haben und deshalb eine Ihrer Lebensstellung entsprechende Tätigkeit konkret ausüben, muss der Versicherer keine BU-Leistungen mehr zahlen. Manche Versicherer zahlen Ihnen dann eine Wiedereingliederungshilfe als "Startzuschuss".
23Zinslose BeitragsstundungWenn eine Berufsunfähigkeit eintritt, fehlt es finanziell oft an allen Ecken und Enden. Kundenfreundliche Bedingungen ermöglichen Ihnen deshalb, dass Sie solange keine Beiträge zahlen müssen, bis der Versicherer über Ihre BU-Leistung entschieden hat. Ebenso ist eine zinslose Stundung bis zur endgültigen Entscheidung über Ihren Leistungsantrag möglich.
24Wiederherstellen des Versicherungsschutzes nach einer BeitragsfreistellungWiederherstellen des Versicherungsschutzes nach einer Beitragsfreistellung

Falls Sie die Möglichkeit einer Beitrags-Senkung oder eines befristeten Beitrags-Stopps in Anspruch genommen haben, muss dies nicht auf Dauer so bleiben. Kundenfreundliche Bedingungen bieten Ihnen nach einer Beitragsfreistellung die Wahl zwischen "Gleiche Rente wie vorher" (= Beitragserhöhung) - oder - "Gleicher Beitrag wie vorher" (= Leistungsreduzierung). Alternativ können die während der Beitragsfreistellung fällig gewesenen Beiträge in einem Betrag nachgezahlt werden.

Wenn Sie einen ganz oder teilweise beitragsfrei gestellten oder erloschenen Vertrag wieder in Kraft setzen möchten, kann der Versicherer eine erneute Risikoprüfung durchführen. Eine spätere Wiederherstellung des Versicherungsschutzes erfordert oftmals den Abschluss eines neuen Vertrags.

WICHTIG:
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Eine Beitragsfreistellung ist in der Regel mit dem Verlust oder einer erheblichen Verminderung Ihres Versicherungsschutzes verbunden.
25Innere UnruhenUnruhen, welche aus der Bevölkerung heraus entstanden sind, werden als "innere Unruhen" bezeichnet. Es ist marktüblich, dass der Versicherer nicht leistet, wenn die versicherte Person berufsunfähig, pflegebedürftig, arbeitsunfähig geworden oder schwer erkrankt ist, weil sie bei inneren Unruhen auf Seiten der Unruhestifter teilgenommen hat.
26Kriegsereignisse im AuslandBU-Versicherer leisten in der Regel nicht, wenn die versicherte Person berufsunfähig, pflegebedürftig oder arbeitsunfähig geworden ist oder schwer erkrankt ist weil sie außerhalb der Bundesrepublik Deutschland aktiv an kriegerischen Ereignissen beteiligt war.

Die Leistungspflicht bleibt jedoch bestehen, wenn die versicherte Person in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen berufsunfähig wird, denen sie während eines Aufenthalts außerhalb der Bundesrepublik Deutschland ausgesetzt und an denen sie nicht aktiv beteiligt war.

Außerdem sollte der BU-Versicherer leisten, wenn die Berufsunfähigkeit während eines Aufenthalts außerhalb der territorialen Grenzen der NATO Mitgliedstaaten verursacht wurde und die versicherte Person als Mitglied der deutschen Bundeswehr, Polizei oder Bundespolizei mit Mandat der NATO, UNO, EU oder OSZE an deren humanitären Hilfeleistungen oder friedenssichernden Maßnahmen teilgenommen hat.
27Fahrlässige Verstöße im StraßenverkehrEine BU-Leistung ist ausgeschlossen, wenn die versicherte Person berufsunfähig, pflegebedürftig oder arbeitsunfähig geworden ist oder schwer erkrankt ist, weil die versicherte Person vorsätzlich eine Straftat begangen hat oder dieses versucht hat.

Kundenfreundliche Bedingungen sehen keinen Ausschluss vor, wenn die Straftat grob fahrlässig oder fahrlässig begangen wurde (z.B. im Straßenverkehr). Bei Fahruntüchtigkeit aufgrund extremer Blutalkoholkonzentration oder dem Genuss von Rauschmitteln gilt diese Einschränkung allerdings nicht.
28Fahrtveranstaltungen mit KFZFür Fahrtveranstaltungen mit Kraftfahrzeugen sollte bedingungsgemäß kein Leistungsausschluss bestehen.
29ABC Waffen und TerrorABC Waffen und Terror

Kundenfreundliche BU-Bedingungen sehen keinen bedingungsgemäßen Leistungsausschluss für den Einsatz von ABC Waffen und Terror vor.

BU-Versicherer leisten in der Regel jedoch nicht, wenn die versicherte Person berufsunfähig, pflegebedürftig oder arbeitsunfähig geworden ist oder schwer erkrankt ist, durch unmittelbare oder mittelbare Folgen eines terroristischen Anschlags. Dies gilt insbesondere, wenn vorsätzlich atomare, biologische oder chemische Stoffe eingesetzt oder freigesetzt werden, um das Leben oder die Gesundheit vieler Menschen zu gefährden. In diesem Fall muss der BU-Versicherer erheblich mehr Leistungen auszahlen als er in seinen versicherungstechnischen Berechnungsgrundlagen angenommen hat. Dadurch kann er nicht mehr sicherstellen, dass er alle zugesagten Leistungen erbringen kann.

WICHTIG:
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Diese Mehrleistungen dürfen für den Versicherer allerdings nicht vorhersehbar gewesen sein. Ein unabhängiger Treuhänder muss gutachterlich bestätigen, dass die genannten Bedingungen erfüllt sind.
30LuftfahrtklauselFür die Benutzung von Luftfahrzeugen sollte kein bedingungsgemäßer Leistungsausschluss gelten.
31StrahlenschädenFür Strahlenschäden sollte kein bedingungsgemäßer Leistungsausschluss bestehen. BU-Versicherer leisten in der Regel allerdings nicht, wenn die versicherte Person durch Strahlen infolge von Kernenergie berufsunfähig, pflegebedürftig oder arbeitsunfähig geworden ist oder schwer erkrankt ist. Dies gilt insbesondere für Strahlen infolge Kernenergie, die das Leben oder die Gesundheit zahlreicher Menschen derart gefährden, dass zur Abwehr oder Bekämpfung der Gefährdung eine Katastrophenschutzbehörde oder vergleichbare Behörde tätig wurde.
32SchulunfähigkeitsabsicherungSolange die versicherte Person Schüler ist, sollte sie bedingungsgemäß als berufsunfähig gelten wenn sie schulunfähig ist.

Eine Schulunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person aufgrund einer Krankheit, einer Verletzung oder Kräfteverfalls voraussichtlich für mindestens 6 Monate ununterbrochen nicht oder nur mit sonderpädagogischer Förderung am regulären Unterricht einer allgemeinbildenden Schule (Grundschule, weiterführende Schule) teilnehmen kann. Gleiches gilt wenn sie 6 Monate ununterbrochen nicht oder nur mit sonderpädagogischer Förderung am regulären Unterricht einer allgemeinbildenden Schule teilnehmen konnte und dieser Zustand noch andauert.

Eine abstrakte Verweisung auf eine andere Schulform sollte nicht erfolgen. Wenn die versicherte Person bei Eintritt des BU-Versicherungsfalls Schülerin/ Schüler war, so sollte der Versicherer diese Tätigkeit bei der Beurteilung der Berufsunfähigkeit zugrunde legen.

WICHTIG:
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Die versicherte Person (Schüler) darf keine berufliche Tätigkeit tatsächlich ausüben. Eine spätere Einschulung bedingt durch den Entwicklungsstand begründet für sich allein noch
keine Schulunfähigkeit.
33InfektionsschutzklauselBerufsunfähigkeit sollte auch dann vorliegen, wenn von einer zuständigen Behörde ein teilweises oder vollständiges berufliches Tätigkeitsverbot gemäß § 31 Infektionsschutzgesetz (IfSG) für sechs Monate ununterbrochen bestanden hat - oder - für sechs Monate ununterbrochen verfügt wird. Das berufliche Tätigkeitsverbot kann durch Vorlage der Verfügung nachgewiesen werden. In der Regel gilt, dass das verfügte Tätigkeitsverbot zu einem Berufsunfähigkeitsgrad von mindestens 50 Prozent führen muss (Berufsunfähigkeit durch Infektionskrankheiten).
34KarenzzeitenAngesichts des immensen Wertes Ihrer Arbeitskraft hat eine gute BU-Versicherung ihren Preis. Durch Vereinbarung einer Wartezeit in Bezug auf den Beginn eines BU-Leistungsanspruchs nach Eintritt der Berufsunfähigkeit können Sie den Beitrag reduzieren.

Die Versicherer bieten in der Regel Tarife mit unterschiedlichen Karenzzeiten (0, 3 oder 6 Monaten) an. Bei Vereinbarung einer Karenzzeit für die Berufsunfähigkeitsrente entsteht Ihr Anspruch auf Rente zum Ablauf der vereinbarten Karenzzeit. Gerechnet wird vom Ende des Monats, in dem die Berufsunfähigkeit eingetreten ist.
35Garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall"Alles wird teurer..." Auch eine BU-Rente sollte mit den steigenden Lebenshaltungskosten Schritt halten. Manche Versicherer bieten Ihnen eine garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall an. Diese zusätzliche Leistung ist optional mitversicherbar.

Wenn eine garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall mitversichert gilt, erhöht der Versicherer Ihre Berufsunfähigkeits-Rente jährlich zu Beginn eines Versicherungsjahres um den vereinbarten Prozentsatz. Diese Erhöhung erfolgt längstens bis zum Ende der Leistungsdauer.

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