Berufsunfähigkeitsversicherung – bAV oder privat?

Warum Sie womöglich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung trotz staatlicher Vorteile einer betrieblichen Direktversicherung (bAV) vorziehen wollen – oder umgekehrt?

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Eine wichtige Information für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer:

Rechnet sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung eigentlich im Rahmen einer Direktversicherung (bAV)? Vor allem: Ist es empfehlenswert? Und wenn ja, für wen? Diese Fragen beantwortet man am besten wie ein erfahrener Jurist:

„Es kommt ganz darauf an…“

Lesen Sie weiter und erfahren Sie in der folgenden Tabelle auf dieser Seite die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Versorgungswegen, damit Sie eine ausgewogene Entscheidungsgrundlage haben. Eines steht fest: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, denn…

Studien belegen: Für die meisten Erwerbstätigen hängt der Lebensunterhalt und der gewohnte Lebensstandard wesentlich von der eigenen Arbeitskraft ab.

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Immer mehr Menschen erkennen den Wert ihrer Arbeitskraft als höchsten Vermögenswert. Es ist gut zu wissen, dass auch Verbraucherschützer die Berufsunfähigkeitsversicherung (neben einer leistungsstarken Privathaftpflichtversicherung) als wichtigste Absicherung empfehlen.

Vielleicht haben auch Sie schon häufiger bemerkt, warum mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Ihr berufliches Leistungsvermögen – körperlich und mental – Ihr größtes Kapital darstellt.

Rechenbeispiel:

Bei einem Monatsbrutto von 2.000 Euro beträgt der Wert der Arbeitskraft für einen 25-jährigen bis zum Ruhestandseintritt mit 67 Jahren mit einer Gehaltssteigerung von jährlich 2,5% beeindruckende 1.748.155 Euro. Selbst ohne Gehaltssteigerung beträgt der Wert der Arbeitskraft bereits über 1 Million Euro.

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Für die allermeisten Menschen ist es doch so:

Ihre Arbeitskraft ist die Basis…

  • für Ihren notwendigen Lebensunterhalt.
  • für Ihren bislang gewohnten Lebensstandard.
  • für Ihre sehnlichsten Wünsche und Ziele.
    („…mein Haus, …mein Auto, …“)
  • für Ihre Teilnahme am sozialen Leben.
    („…Ihre Eintrittskarte in die Gesellschaft“)
  • für Ihre sorgenfreie Zukunft.
  • für Ihren gesicherten Ruhestand.
  • für Ihr erfülltes und selbstbestimmtes Leben!

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Es ist ein Fakt:

Irgendwann und irgendwo kann jeder seine Arbeitskraft verlieren.

Die Frage zur eigenverantwortlichen Berufsunfähigkeitsvorsorge heißt daher spätestens seit 2001 (Wegfall der gesetzlichen BU-Rente) nicht ob, sondern wie.

Jeder 4. Erwerbstätige muss bereits mit diesem harten Schicksal leben. Bei Verlust der Arbeitskraft drohen ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten, denn über die Hälfte der Frührentner muss mit weniger als 20 Prozent des letzten Netto-Einkommens gesetzlicher Leistung auskommen – egal wie!

In den letzten Jahren wird vermehrt eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung (bAV), meist als Direktversicherung angeboten. Die Finanzierung aus dem Bruttogehalt erscheint auf den 1. Blick als das „Ei des Kolumbus“. Doch es gibt auch kritische Stimmen…

 

Empfiehlt sich BU-Schutz wirklich über den Betrieb oder welche Vorteile bringt Ihnen womöglich eine individuelle private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sie haben gesehen: Ihre Arbeitskraft ist Millionen wert. Die Absicherung hoher Vermögenswerte hat selbstverständlich ihren Preis. Dies gilt auch für die existenzsichernde Berufsunfähigkeitsversicherung.

Insofern stellen sich die Fragen,

  • …ob eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) in Form einer Direktversicherung (bAV) mit Steuer- und Sozialversicherungsvorteilen abgeschlossen werden kann?
  • …ob sich dieses Modell für den Versicherten bzw. Arbeitgeber rechnet?
  • …welche „Risiken und Nebenwirkungen“ es auf jeden Fall zu bedenken gilt?

Ja! Sie können eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) abschließen und damit Ihren Beitrag erheblich reduzieren. Meist erfolgt dies im Rahmen einer Direktversicherung. Aus diesem Grund beziehen sich die folgenden Ausführungen ausschließlich auf diesen Durchführungsweg.

Jede Medaille hat zwei Seiten und es ist nicht alles Gold was glänzt. Deshalb möchten wir Ihnen nachfolgend die wichtigsten Entscheidungskriterien für oder gegen eine private beziehungsweise betriebliche Absicherung darstellen, denn beide Modelle haben ihre Daseinsberechtigung.

 

Vor- und Nachteile der Gestaltungsmodelle „bAV und Privat“ aus Sicht der versicherten Person beziehungsweise des Arbeitgebers

In der folgenden Tabelle werden folgende Abkürzungen verwendet:

  • VN           =  Versicherungsnehmer
  • VP            =  Versicherte Person
  • AG           =  Arbeitgeber
  • AN           =  Arbeitnehmer
  • bAV         =  betriebliche Altersversorgung
  • BBG        =  Beitragsbemessungsgrenze
  • BetrAVG  =  Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung

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 BU-Direktversicherung - bAV (Schicht 2)Private Lösung
(Schicht 3)
Häufiger Einsatzzweck:... "ältere" und/oder gesundheitlich beeinträchtigte Arbeitnehmer, sowie vorrangig preisorientierte Versicherte, welche Steuer- und Sozialversicherungsvorteile in der Beitragsphase nutzen wollen.... "junge" gesunde Versicherte mit günstigem Berufsrisiko, welche eine flexible BU-Absicherung mit individueller Optimierung wünschen und Wert auf eine möglichst vorteilhafte BU-Rentenbesteuerung legen
Versicherungsnehmer:Arbeitgeberi.d.R. die versicherte Person
Beitragszahlungspflicht:Arbeitgeber.

Die Beitragszahlungspflicht des AG ergibt sich aus der Zusage als beitragsorientierte Leistungszusage und aus seiner Versicherungsnehmer-Eigenschaft.
i.d.R. die versicherte Person bzw. der Versicherungsnehmer.
Fokus:Günstige Finanzierung in der Beitragsphase und eventuell Erleichterungen durch Kollektivverträge.Wesentlich vorteilhaftere Rentenbesteuerung und dauerhafte Selbstbestimmung durch den Versicherten.
Finanzierung erfolgt aus:Bruttolohn
(gegebenenfalls zahlt der Arbeitgeber auch einen Zuschuss)
Nettolohn
Steuern/Sozialversicherung:Die Beiträge zur Direktversicherung-BU sind bis 4 % der BBG der GRV beitragsfrei in der gesetzlichen Sozialversicherung, wenn sie nach § 3 Nr. 63 EStG steuerfrei sind (§ 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV). Der zusätzliche steuerfreie Betrag von 1.800 EUR ist grundsätzlich beitragspflichtig in der gesetzlichen Sozialversicherung. Die Leistungen unterliegen jedoch der vollen nachgelagerten Versteuerung bzw. Beitragspflicht.Der jährliche Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung kann im Rahmen des „Sonderausgabenabzug“ als Vorsorgeaufwendungen abgesetzt werden. Es bestehen Obergrenzen, welche i.d.R. schon durch die Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung mehr als ausgeschöpft werden. Die Leistungen werden nur mit dem Ertragsanteil versteuert.
Rechtliche Grundlage:Direktversicherung + arbeitsrechtliche Zusage des Arbeitgebers, für deren Erfüllung er gegenüber dem Arbeitnehmer haftet. (BetrAVG § 1 Abs. 1 Satz 3). Gemäß der Textziffer 284 des BMF-Schreibens vom 24.07.2013 liegt betriebliche Altersversorgung auch dann vor, wenn vom AG Leistungen zur Absicherung des Invaliditätsrisikos zugesagt werden.Frei gestaltbarer privatrechtlicher Vertrag zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer.
Voraussetzungen:Die BU-Absicherung muss lückenlos, bei andauernder Invalidität also bis zum Beginn der Altersversorgung reichen. Bei Ablauf der Berufsunfähigkeit darf keine Bedürftigkeit vorliegen.Keine besonderen V.
Gestaltung:kompliziert(er)einfach
Flexibilität:gering(er)hoch
Dynamisierung zum Inflationsausgleich:Eine Dynamisierung des Vertrages ist aufgrund der Maximierung der bAV (Höchstgrenzen) je nachdem nur schwer oder manchmal auch gar nicht darstellbar.Eine Dynamisierung von Beitrag und Leistung ist in der Regel zwischen 3% bis 5% problemlos möglich. Die Dynamik gleicht den Kaufkraftverlust aus und kann ohne erneute Gesundheitsprüfung vereinbart werden.
Absicherungshöhe:Aufgrund der Vollversteuerung im Leistungsfall muss eine deutlich höhere BU-Rente versichert werden, um das Netto-Versorgungsziel zu erreichen. Die dafür erforderliche BU-Rentenhöhe scheitert oft an der Angemessenheitsprüfung (Verhältnis: Rentenhöhe zum Einkommen). Der dafür erforderliche Mehrbeitrag kann die Sozialversicherungsersparnis im ungünstigsten Fall sogar übersteigen. Darüber hinaus können die Annahmerichtlinien der Versicherer die BU-Rente begrenzen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte mindestens 75 % Ihres aktuellen Nettoeinkommens im Leistungsfall als Rente garantieren, damit Sie Ihren Lebensstandard halten können. Nachversicherungsgarantien bieten Ihnen die Möglichkeit einer Anpassung ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Arbeitgeber-Risiko: "Informationspflichten"Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer gemäß § 241 Abs. 2 BGB in Verbindung mit seiner Fürsorgepflicht zu den Ausgestaltungen der bAV informieren.

Bei Entgeltumwandlung gilt dies insbesondere für die finanziellen Auswirkungen von Abschluss- und Vertriebskosten auf den Rückkaufswert.
Entfällt.
Arbeitgeber-Risiko" "Anpassungsprüfungspflicht"Der Arbeitgeber muss gemäß § 16 BetrAVG alle drei Jahre prüfen, inwieweit seine zugesagten Versorgungsleistungen an die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes bzw. der vergleichbaren Nettolöhne im Unternehmen anzupassen sind. Im Rahmen der Direktversicherung lässt sich dieses Risiko durch entsprechende inhaltliche Gestaltung für den Arbeitgeber beseitigen.Entfällt.
Arbeitgeber-Risiko: "Definition der Invalidität"Da der Gesetzgeber den Begriff der "Berufsunfähigkeit" im BetrAVG nicht ausgelegt hat, müssen in der Versorgungszusage des Arbeitgebers die im Betriebsrentengesetz (BetrAVG) benannte „Invalidität“ und auch die Voraussetzungen für den Bezug von Versorgungsleis- tungen exakt definiert werden. Fehler und Unterlassungen können im Leistungsfall auf den Arbeitgeber zurückfallen, da der Arbeitgeber für die Erfüllung der von ihm zugesagten Leistungen, unabhängig von der gewählten Finanzierungsform, haftet.Entfällt.
Arbeitgeber-Risiko: "Zusage"Der Arbeitgeber muss gegebenenfalls die Zusage aus eigenen Mitteln begleichen falls die Direktversicherung nicht mehr existiert.

Viele Arbeitgeber und Berater vermeiden daher aus reiner Vorsicht eine bAV-finanzierte BU-Lösung.
Entfällt.
Arbeitgeber-Risiko: "Grundsatz der Gleichbehandlung"bAV-Versorgungsverpflichtungen beruhen auf dem allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz (§ 1b Abs. 1 Satz 4 BetrAVG und AGG).

Arbeitgeber müssen allen vergleichbaren Beschäftigten die Möglichkeit einräumen, eine Übernahme des BU-Risikos im Wege einer Direktversicherung durch den bAV-Versicherer prüfen zu lassen. Der AG trägt jedoch keine Verantwortung für die Annahme des BU-Vertrages.

Entfällt.
Haftungsbegrenzung für Arbeitgeber:100% Kongruenz (Deckungsgleichheit) der Versorgungszusage mit den Bedingungen der unterlegten Direktversicherung. Insbesondere in Bezug auf Umfang, Dauer und Anpassung der Leistungen. Darüber hinaus sollten Erschwernisse bei der Risikoübernahme wie z.B. Leistungsausschlüsse deckungsgleich in die Verpflichtung des Arbeitgebers übernommen werden. Manche Versicherer bieten auch entsprechende Haftungsfreistellungen für den AG.Entfällt.
Arbeitnehmer-Risiko: "Entgeltfreie Zeiten"Aufgrund des Grundsatzes "Ohne Arbeitsleistung auch kein Entgelt" führen entgeltfreie Zeiten wie z.B. Elternzeiten, langfristige Krankheiten nach 6 Wochen Entgeltfortzahlung dazu, dass sich der BU-Schutz auf die beitragsfreie Leistung reduziert. Der Arbeitnehmer muss in diesen Zeiten die Versicherung gegebenenfalls mit eigenen Beiträgen finanzieren, damit der BU-Schutz erhalten bleibt. Dieses Recht sollte dem Arbeitnehmer eingeräumt werden.Entfällt.
Arbeitnehmer-Risiko: "Entgeltumwandlung"1. Wenn Einkommen im Rahmen der bAV umgewandelt wird, kann die Beitragsfreiheit zur gesetzlichen Sozialversicherung dazu führen, dass die späteren Leistungen aus der gesetzlichen Rente sinken. Auch kann sich das Elterngeld reduzieren.

2. Eine Entgeltumwandlung kann auch dazu führen, dass die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung eintritt, falls durch die Entgeltumwandlung die Versicherungspflichtgrenze unterschritten wird.

WICHTIG:
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Eine Entgeltumwandlung aus einem tarifvertraglich festgelegten Lohn bzw. Gehalt ist nur zulässig, wenn im zu Grunde liegenden Tarifvertrag eine entsprechende Öffnungsklausel (tarifliche Regelung über eine Entgeltumwandlung) enthalten ist oder außer-, bzw. übertarifliche Gehaltsbestandteile umwandelt werden. Ebenso können Entgeltumwandlungen vereinbart werden, wenn kein Tariflohn gezahlt wird. Gleiches gilt für die Verwendung der vermögenswirksamen Leistungen.
Entfällt.
Arbeitnehmer-Risiko: "Insolvenz des Arbeitgebers"Bei Nichtzahlung der Beiträge (z.B. bei Insolvenz) wird der Versicherer den Vertrag gemäß § 38 Abs. 1 VVG kündigen. Zunächst wird der Vertrag dann beitragsfrei gestellt.

Der versorgte Arbeitnehmer erhält postalisch eine Information. Er hat dann die Möglichkeit, die Beitragsrückstände zu begleichen sowie den Vertrag privat als Versicherungsnehmer fortzuführen.
Entfällt.
Gesundheitsangaben:Sofern keine Erleichterungen durch einen Kollektivvertrag genutzt werden können, haftet der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer (= Vertragspartner des Versicherers) für korrekte und vollständige Gesundheitsangaben und ist bei deren Verletzung beweispflichtig.Entfällt, da der Versicherungsnehmer bzw. die versicherte Personen ausschließlich selbst für korrekte Angaben haften.
Auswahl des Anbieters:Der Arbeitgeber bestimmt den bAV-Anbieter (Versicherer) ohne Mitspracherecht des Versicherten (Arbeitbeitnehmer). Frei Wahlmöglichkeit für den Versicherungsnehmer bzw. die versicherte Person.
Beitragshöhe:Das Beitragsniveau des vom Arbeitgeber ausgesuchten Anbieters kann unter Umständen weit über dem Marktdurchschnitt liegen, so dass im ungünstigsten Fall für den Arbeitnehmer eventuell überhaupt keine Nettoersparnis im Vergleich zu einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung eintreten kann.Ein unabhängiger Marktvergleich ermöglicht einen transparenten Überblick über die Top-Anbieter und deren Angebote. Dies garantiert dem Versicherten den nach seinem Anforderungsprofil besten und günstigsten Tarif.
Mitspracherecht der versicherten Person:Der Arbeitnehmer (VP) muss das vom Arbeitgeber gewählte Versorgungswerk und dessen Bedingungen/Konditionen akzeptieren. Selbst dann, wenn dies im Hinblick auf Qualität, Rechtssicherheit, Beitragshöhe, Erfahrung, Leistungsquote, Unternehmenskennzahlen des Anbieters etc. erhebliche Nachteile aufweist.Der Kunde hat die freie Anbieterwahl und kann von einem erfahrenen Versicherungsexperten denjenigen Anbieter herausfiltern lassen (= Marktvergleich), der am besten zu seinen Wünschen, Zielen und seinem Bedarf passt.
Arbeitgeberwechsel: (Deutsche wechseln im Schnitt alle 5 Jahre ihren Arbeitgeber)Nach einem AG-Wechsel entscheidet der neue Arbeitgeber, ob er den bisherigen Vertrag fortführen möchte oder nicht. Falls nicht, kann der versicherte Arbeitnehmer den Vertrag...

1. entweder privat weiterführen und ggf. mit privaten Beiträgen fortsetzen, damit der Versicherungsschutz erhalten bleibt
(Nachteil: Verlust eventueller Gruppenvertragskonditionen und höherer Beitrag)

2. oder stilllegen

3. und gegebenenfalls beim neuen AG einen neuen Vertrag abschließen (Nachteil: Höheres Eintrittsalter = höherer Beitrag + erneute Gesundheitsprüfung, welche womöglich nicht bestanden wird)
Keine Auswirkung, da absolut unabhängig vom Arbeitsverhältnis.
Gesundheitsangaben:Der Arbeitgeber bzw. dessen Personalabteilung erfährt gegebenenfalls alle gesundheitlichen Details der versicherten Person (Arbeitnehmer). Dabei können auch sensible Informationen z.B. zu Depressionen, Burnout oder psychologischen Therapien, Infektionen etc. bekannt werden. Sensible Daten sind geschützt und die Privatsphäre bleibt gewahrt, da der Informationsaustausch nur zwischen Versicherer und versicherter Person erfolgt.
Vereinfachte Gesundheitsprüfung:Eine vereinfachte Gesundheitsprüfung bzw. der Abschluss ohne Gesundheitsprüfung ist gegebenenfalls im Rahmen eines Kollektivvertrags (Gruppenkonditionen) möglich.

Die Möglichkeit einer Dienstobliegenheitserklärung (DOE) ist ab 10 versicherten Personen im Rahmen eines eigenständigen Firmengruppenvertrages möglich. (= anfragepflichtig)

Für falsche Angaben z.B. zur krankheitsbedingten Abwesenheit des Arbeitnehmers ist der Arbeitgeber verantwortlich.
Eine vereinfachte Gesundheitsprüfung ist die Ausnahme. Der Versicherte muss die Gesundheitsfragen laut Antrag beantworten.
Besteuerung in der Leistungsphase (BU-Rentenbezug)BU-Renten, welche aus steuerfreiem Einkommen finanziert wurden, müssen in der Leistungsphase nachgelagert voll versteuert werden.Die privat finanzierte BU-Rente unterliegt der vorteilhafteren Ertragsanteilsbesteuerung nach § 55 Absatz 2 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung. Somit ist nur ein Bruchteil der BU-Rente zu versteuern.
Kranken- und Pflegeversicherung auf die BU-Rente:BU-Renten aus der bAV gehören im Versorgungsfall zu den Versorgungsbezügen nach § 229 SGB V. Auf die BU-Rente müssen gesetzlich Versicherte den vollen allgemeinen Beitragssatz zur gesetzlichen Kranken- / Pflegeversicherung (gegebenenfalls zuzüglich Zuschlag für Kinderlose) in Höhe von derzeit ca. 18% zahlen. Pflichtversicherte zahlen keine Beiträge auf die privat finanzierte BU-Rente.

Bei freiwillig Versicherten entscheidet die Gesamtsituation der Einnahmen.

 

Fazit: Wo der Staat gibt, da nimmt er auch!

Die BU-Direktversicherung (bAV) wird vom Staat massiv gefördert. Die optimale Gestaltung kann für den Arbeitnehmer dazu führen, dass Förderquoten von bis zu 60% erreicht werden.

Netto-Aufwand in der Anwartschaftsphase 
Bruttobeitrag zur Direktversicherung254,00 EUR
- Ersparnis bei der Lohnsteuer61,46 EUR
- Ersparnis beim Sozialversicherungsbeitrag43,97 EUR
- Arbeitgeberzuschuss42,33 EUR
- VWL Arbeitgeberanteil0,00 EUR
Nettoaufwand106,24 EUR

Für einen Bruttobeitrag in die Direktversicherung von 254,00 Euro wendet der Arbeitnehmer nur 106,24 Euro netto monatlich auf. Die Förderquote beträgt in diesem Beispiel 58,17%.

..

Im Gegenzug fordert der Staat für seine „Geschenke“ eine Gegenleistung. Bei einer bAV-finanzierten Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es deshalb einen gravierenden steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Nachteil – und zwar bei Rentenbezug im BU-Leistungsfall, bei Deutschen durchschnittlich mit 47 Jahren. (Quelle: GDV 2015)

Sollte durch Krankheit oder Unfall eine Berufsunfähigkeit eintreten, dann ist die bAV-finanzierte Berufsunfähigkeitsrente mit dem persönlichen Steuersatz voll zu versteuern. Zusätzlich werden für gesetzliche und freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig.

Im Gegensatz dazu wird die private Berufsunfähigkeitsversicherung nur mit dem Ertragsanteil zur Besteuerung herangezogen. .

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Variante „PRIVAT“:

Vorteilhafte Ertragsanteilsbesteuerung einer privaten selbstständigen Berufsunfähigkeitsrente (Schicht 3)

Eine Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) aus einer privat finanzierten selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung wird nur anteilig mit dem sogenannten Ertragsanteil besteuert. Der Ertragsanteil richtet sich nach der voraussichtlichen Laufzeit der BU-Rente.

Als grobe Faustformel kann man sich merken:

Laufzeit der BU-Rente in Jahren entspricht in etwa dem Ertragsanteil in Prozent.

 

Begünstigte Besteuerung von privaten BU-Renten (3. Schicht)

Laufzeit der Rente ab Rentenbezug in JahrenErtragsanteil in Prozent
55
1012
1516
2021
2526
3030

 

Beispiel:

Angenommen, eine versicherte Person hat eine private Berufsunfähigkeitsversicherung in Höhe von 2.000 Euro abgeschlossen. Im Alter von 47 Jahren wird sie berufsunfähig. Die versicherte Berufsunfähigkeitsrente wird planmäßig bis zu ihrem 67. Lebensjahr gezahlt. Die Laufzeit der BU-Rente beträgt in diesem Beispiel somit 20 Jahre (47-67). Laut Tabelle ergibt sich ein Ertragsanteil von 21 %.

Von der monatlichen Berufsunfähigkeitsrente (2.000 Euro) ist also nur ein Ertragsanteil in Höhe von 21% (420 Euro) mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Bei einem persönlichen Steuersatz von beispielsweise 12,6% ergäbe sich ein Steuerabzug von nur 52,92 Euro. Unserem Musterkunden verbleiben aus seiner privaten Berufsunfähigkeitsversicherung von 2.000 Euro Berufsunfähigkeitsrente monatlich netto ca. 1.947,08 Euro. Eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente wurde nicht berücksichtigt, da die Chancen auf eine gesetzliche Versorgung ohnehin immer schlechter werden.

Der Sozialverband in Deutschland (VdK) titelt in seiner März-Ausgabe (03/2017) „Erwerbsminderung bleibt Armutsrisiko!“ […] „Eine Erwerbsminderungsrente gibt es ja nicht geschenkt. Aus unseren VdK-Beratungen wissen wir, dass die Betroffenen oft einen langen Leidensweg und eine wahre Ärzte- und Behörden-Odyssee hinter sich bringen müssen. Und viele Anträge werden dennoch immer wieder abgelehnt.“ (Dr. Bettina Schubarth) Eine ergänzende BU-Vorsorge – ob betrieblich oder privat – ist daher grundsätzlich für die Mehrzahl aller Menschen unerlässlich!

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Variante „bAV“:

Volle nachgelagerte Besteuerung einer Berufsunfähigkeitsrente über eine Direktversicherung (bAV)

Eine Berufsunfähigkeitsrente im Rahmen einer Direktversicherung (bAV) muss anders als die privat finanzierte Berufsunfähigkeitsrente voll versteuert werden. Darüber hinaus sind zusätzlich noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zu zahlen.

Ausgehend von einer Berufsunfähigkeitsrente von monatlich 2.000 Euro ergibt sich bei einem Steuersatz von 12,6% ein Steuerabzug von 252 Euro. Die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung schlagen mit zusätzlich rund 18 % GKV-Beitragssatz (360 Euro) zu Buche.

Konkret bedeutet dies:

Bei monatlich 2.000 Euro aus einer Direktversicherung-BU fallen ca. 252 Euro Steuern zuzüglich 350 Euro Kranken-und Pflegeversicherungsbeiträge an. Dem Beispielkunden verbleiben somit von den 2.000 Euro Berufsunfähigkeitsrente netto nur noch ca. 1.398 Euro im Monat.

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TIPP:

Sofern Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen einer Direktversicherung/betrieblichen Altersvorsorge absichern wollen, denken Sie an die merklich höheren Abgaben im BU-Rentenfall – Ihnen bleibt weniger übrig.

Ihre versicherte BU-Rente muss daher bei der bAV-Variante von vorne herein um einiges höher gewählt werden, damit Sie im Fall einer Berufsunfähigkeit netto das von Ihnen gewünschte und benötigte Versorgungsziel erreichen.

Der aus der erforderlichen Höherversicherung resultierende Mehrbeitrag kann im ungünstigsten Fall die Ersparnis der Sozialversicherungsbeiträge übersteigen.

Für eine betrieblich finanzierte bAV spricht in erster Linie neben dem attraktiven Brutto-Netto-Finanzierungseffekt die vereinfachte Gesundheitsprüfung. Dies kann insbesondere bei bestehenden Vorerkrankungen sinnvoll und wertvoll für Sie sein.

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Eine Direktversicherung-BU bietet Ihnen diese Vorteile:

 

  • Preisgünstiger Berufsunfähigkeitsschutz mit Hilfe Ihres Arbeitsgebers.
  • Steuer- und Sozialversicherungsersparnis innerhalb bestimmter Grenzen.
  • Vereinfachte Risikoprüfung bis hin zum Abschluss ohne Gesundheitsfragen.

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Eine private BU-Versicherung bietet Ihnen diese Vorteile:

 

  • Volle Flexibilität.
  • Unabhängiger Zugriff auf die besten Anbieter und Tarife.
  • 100% Selbstbestimmung bezüglich Ausgestaltung, Höhe, Laufzeit, Leistungen und Qualität der Bedingungen.
  • Keine Beschränkung auf die Höchstgrenzen des Betriebsrentengesetzes.
    (z.B. 4% der Beitragsbemessungsgrenze)
  • Inflationsausgleich durch „unbegrenzte“ Dynamisierung.
  • Vorteilhafte Besteuerung nur mit dem Ertragsanteil.
  • Trennung von Absicherung und Vorsorge.

Die ausschließliche Betrachtung der späteren Rentensituation (Vollversteuerung bei bAV vs. Ertragsanteil bei privater BU) wäre ebenso falsch, wie die alleinige Bewertung des Finanzierungvorteils in der Beitragsphase (Brutto vs. Netto). Sinnvollerweise sollten sämtliche Vor- und Nachteile sorgsam abgewogen werden. Sprechen Sie uns bei Interesse einfach an!

* Bei allen Berechnungen und Zahlen auf dieser Seite handelt es sich um unverbindliche Beispielrechnungen und vereinfachte Darstellungen. Diese können und sollen keine Handlungsempfehlung sein. Es erfolgt keine – insbesondere keine steuerliche – Beratung. Für weitergehende allgemeine Informationen wenden Sie sich bitte an uns, für eine steuerliche Beratung an Ihren Steuerberater.

 

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